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Quelle: PROCAL

 

Energieverbrauch senken

Bis 2012 sollen für Wärme- und Warmwasser-Erzeugung zur Hälfte erneuerbare Energien eingesetzt werden. Nur so ist die Energieversorgung der Schweiz langfristig gewährleistet. Sind diese Ziele realistisch?


«Wir können die 2000-Watt-Gesellschaft verwirklichen, und zwar ohne Einbusse bei Mobilität und Komfort, wenn wir nur die sparsamsten Geräte verwenden, beim Hausbau konsequent auf minimalen Energieverbrauch achten, die besten Technologien für den Verkehr anwenden.» So Bundesrat Moritz Leuenberger an der Konferenz «Energieeffizienz: Die Welt von morgen gestalten» der EU-G8 am 20. April 2007 in Berlin.

 

Bundesrat und Parlament sind sich einig: Die Energieeffizienz ist zum einen deutlich zu steigern. Zum andern ist die Entwicklung von erneuerbaren Energieträgern voranzutreiben, sie müssen im Markt vermehrt eingesetzt werden. Um die Energieversorgung der Schweiz langfristig sicherzustellen, sind beide Massnahmen erforderlich. Zur Zukunftsvision ist dabei die 2000-Watt-Gesellschaft erklärt worden, so etwa von Bundesrat Moritz Leuenberger im Frühjahr 2007 am G8-Ministertreffen in Berlin. Bezogen auf den aktuellen Energiekonsum für Wohnen und Arbeiten heisst dies: wir müssen den Energieverbrauch um drei Viertel senken. Sonst ist diese Absichtserklärung nicht umsetzbar.

 

Ehrgeizige, aber realistische Ziele

Ein drastischer Wandel ist tatsächlich nötig, sollen die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung  schnellstmöglich gemindert werden. Gemäss der Strategiegruppe von EnergieSchweiz, dem nationalen Energiesparprogramm, sind die gesteckten Ziele deshalb „ehrgeizig, aber trotzdem realistisch": Bis 2010 dürfen noch maximal fünf Prozent mehr Strom als im Jahr 2000 verbraucht werden.  Die CO2-Emissionen sollen um zehn Prozent zurückgehen - im Vergleich zu 1990. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Gebäuden. Der Bundesrat verlangt für den Bereich Brennstoffe eine CO2-Reduktion von 600'000 Tonnen.

 

Umbauten als Chance

In den nächsten 20 bis 30 Jahren müssen in der Schweiz einige hunderttausend Gebäude saniert werden. Der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband suissetec nimmt dies zum Anlass, einen wirksamen Beitrag zur Erreichung  des gesetzlich geforderten Reduktionsziels zu leisten. Diese Umbauten bieten nämlich die Chance, sowohl den Energieverbrauch massiv zu reduzieren und wie auch vermehrt erneuerbare Energieträger einzusetzen. Zum Beispiel könnte die Warmwasseraufbereitung mit Solaranlagen auf den Dächern erfolgen. Die Instrumente suissetec CO2-Spiegel und suissetec Gebäudeenergieausweis errechnen Basisinformationen, die dabei helfen, das vorhandene Potenzial bestmöglich auszuschöpfen.

 

Mustervorschriften im Gebäudebereich

Ergänzend zu den Sanierungsmassnahmen engagierter Liegenschaftsbesitzer wollen vor allem die Kantone mehr dafür tun, dass Energie gespart und weniger Schadstoffe ausgestossen werden. Im Rahmen der Mustervorschriften im Gebäudebereich sollen die erforderlichen Energiestandards allgemein verbindlich und gesamtschweizerisch festgesetzt werden. Jeder Kanton entscheidet selber, ob er diese Mustervorschriften anwenden will. Aus Sicht der Energiesparexperten des Bundes sind folgende Elemente entscheidend: Die Anforderungen an den Energieverbrauch eines Gebäudes sind zu erhöhen: Neubauten dürfen nur noch 6 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche verbrauchen, anstatt wie bisher 9 Liter. Auch bei sanierten Gebäuden soll der Energiebedarf unter den bisher geltenden 9 Litern liegen. Zudem sollen bis 2012 zur Hälfte erneuerbare Energien eingesetzt werden fürs Heizen und die Warmwassererzeugung. Zum Vergleich: heute sind es erst 20 %. Für die sanierungsbedürftigen Gebäude würde dies ab 2010 heissen: Werden bestehende Wassererwärmer (Boiler) ersetzt, soll deren Energiebedarf mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.


(Quelle: „Plattform für Energieeffizienz", Strategiegruppe EnergieSchweiz 2007)